Newsletter November 2017

Geschätzte Sponsoren und Interessierte

Im letzten Newsletter mussten wir Sie über die Verschiebung der von Schulleiterin
Regina Nasseremba geplanten Reise in die Schweiz informieren. Die Berufsschau
mit dem Besuch des Buganda-Königs war ein Grossevent, der mit ungezählten Fotos
dokumentiert wurde, der in den Köpfen und Herzen der vielen angereisten Menschen
zufriedene Erinnerungen hinterlassen und der den Namen der Beatrice Secondary
School Kyankwanzi durch Radio und Fernsehen in eine weite Region getragen hat.
So ist es einleuchtend, dass am Ort des Geschehens Freude und Stolz über eine
gelungene, gigantische Veranstaltung geblieben sind.

In der Zwischenzeit hat Regina ihre Reisepläne verwirklicht. Von Mitte September bis
Mitte Oktober war sie in der Schweiz. Sie hat Freunde und Sponsoren getroffen, über
ihre Schule referiert, mit Fachleuten Probleme diskutiert und sich auch erholt vom
Alltagsstress einer ugandischen Schuldirektorin. Immer wieder hat sie erfahren
dürfen, dass wir hier ihre Arbeit schätzen. Regina erledigt ein immenses
Arbeitspensum. Sie kümmert sich nebst dem normalen Schulbetrieb um persönliche
Sorgen einzelner Schüler bis hin zur Kontaktpflege mit staatlichen und nicht-
staatlichen Organisationen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sehr schwierig ist,
verlässliche Leute zu finden, die Regina entlasten und unterstützen können. Die
Suche geht weiter, denn die Grösse der Schule erfordert dies.

Studenten der Fachhochschule Nordwestschweiz haben sich in Bachelor-Arbeiten
mit der BSSK befasst. Es ging um die Weiterentwicklung der Schule und um eine
mögliche spätere Angliederung von Berufskursen. Im Moment legt man Wert auf die
Devise: „Qualität vor Quantität“.

In Uganda beginnt der „Sommer“. Es wird zunehmend trocken und heiss. Wer in der
Regenzeit zuvor gepflanzt hat, kann jetzt mit Ernten beginnen. Genau das geschieht
gegenwärtig an der BSSK. Nachdem Regina letztes Jahr die Erfahrung machen
musste, dass Lebensmittel für die Versorgung der 300 Schüler knapp und teuer
wurden, hat sie kurzerhand eine grosse Fläche nicht kultiviertes, angrenzendes Land
gepachtet. Gemeinsam mit den Schülern – jeden Tag mit einer andern Klasse – hat sie
das Land bearbeitet, gesetzt und gesät
. Jetzt dürfen die Früchte der harten Arbeit
geerntet werden. So ist die BSSK zu einem teilweisen Selbstversorger geworden.

Vielleicht interessiert Sie, wie es in einem fruchtbaren Gebiet unter dem Äquator zu
Lebensmittel-Engpässen kommen kann? Im Norden Ugandas wandern Flüchtlinge
aus dem Südsudan ins Land. Hilfswerke bemühen sich, diese Menschen mit
Nahrung zu versorgen. Mit grossen Lastwagen fahren die Helfer in südlicher
gelegene Dörfer und kaufen von den Bauern ihre Erzeugnisse aus den Gärten. Die
Hilfswerke sind in der Lage, den Einheimischen gute Preise für ihre Waren zu
bezahlen. Das ist zwar positiv, hat aber zur Folge, dass die Bauern hoffnungsvoll auf
die grossen Lastwagen warten und nicht mehr an einheimische Händler verkaufen.
So ist nicht verwunderlich, dass sich die Menschen über hohe Lebenshaltungskosten
beklagen. Das ist die Kehrseite dieser Hilfe!

An der BSSK schreiben die 4.- und 6.-Klass- Schüler gegenwärtig staatliche
Prüfungen, und zwar im ganzen Land zur gleichen Zeit das gleiche Fach. Dies
erfordert eine zuverlässige Logistik und die Einhaltung strenger Regeln. Die
Schulleiterin und ihre Lehrer sind gefordert.

Zur Zeit wird Regina und ihr Team unterstützt von zwei jungen Berufsleuten aus der
Schweiz. Clemens Stoll und Céline Joset absolvieren einen freiwilligen Einsatz an
der BSSK. Während die Kandidaten Prüfungen schreiben, bleibt für andere Schüler
Zeit, das ausserordentliche Kursangebot von Clemens und Céline zu nutzen.

Bald beginnt der Advent. Wir wünschen Ihnen eine besinnliche und lichtvolle Zeit und
danach ein frohes Weihnachtsfest.

Das Web-Team