Newsletter Februar 2018

Geschätzte Sponsoren und Interessierte

In diesem Newsletter lassen wir vor allem Clemens Stoll und Céline Joset zu Wort kommen. Die beiden haben Ende letzten Jahres einen vierwöchigen Freiwilligen-Einsatz an der Beatrice Secondary School Kyankwanzi in Uganda geleistet.

„Der Tag der Abreise und des Abschiednehmens kam näher. Der Abschied fiel schwer, denn wir reisten nicht nur für 4 Wochen nach Uganda, sondern für eine längere Zeit um die Welt. Der Flug war lange und in verzweifelten Momenten haben wir uns erwischt, als wir uns selbst fragten, ob es die richtige Entscheidung gewesen war. Doch diese Zweifel kamen bis heute nie wieder auf. Denn der Empfang von Father Robert am Flughafen Entebbe war rührend und sehr herzlich. Nach einer langen, heissen und holprigen Fahrt nach Kiboga kamen wir gegen 21 Uhr bei der BSSK an. Müde und erschöpft wollten wir eigentlich nur noch eines, ins Bett. Doch als Robert das Tempo des Wagens drosselte und in die Auffahrt der Schule einbog, hörten wir bereits kreischende und jubelnde Schüler. Die Müdigkeit? Vergessen! Es herrschte Aufregung! Regina empfing uns und wir konnten sie sogar mit einigen Worten in Luganda, die wir kurz zuvor auf der Fahrt gelernt hatten, begrüssen. Das Eis war gebrochen und wir fielen uns herzlich in die Arme. Sie brachte uns zur grossen Paul Fries Hall und wir trauten unseren Augen kaum. Die Schüler standen Spalier, feierten uns und ergatterten unzählige High fives. Als sich die Stimmung nach mehreren Minuten des Feierns langsam zur Normalität beruhigte, begrüsste uns Regina ganz offiziell vor der ganzen Schule. Nebst tänzerischen Aufführungen wurden Gedichte, Ansprachen und kleine Rollenspiele vorgetragen. Trotz fehlendem Schlaf seit über 30 Stunden waren wir sehr berührt, einen solch emotionalen Moment – nur für uns – erleben zu dürfen. Mit Tränen in den Augen durften wir eine eigene Ansprache halten. Céline flüsterte mir ins Ohr, sie sei zu nervös und sehe kaum aus ihren Augen vor lauter Tränen, ich solle die Ansprache vornehmen. Ich nahm meinen Mut zusammen und blickte in die Augen von 300 aufgeregten Teilnehmern. Das Schweigen im Saal war nach wenigen Minuten gebrochen und die Jugendlichen applaudierten und feierten den ganzen Abend.“

Die ersten Tage verbrachten Céline und Clemens mit Beobachten. Sie besprachen viele Themen mit Regina und planten ihren Einsatz konkreter. „So haben wir den Schülern zu Beginn die Maslow-Pyramide nähergebracht und die damit verbundenen Grund- und Luxusbedürfnisse erklärt. Auch die Berufsbilder und mögliche Karrierechancen konnten wir mit ihnen besprechen. Des Weiteren durften wir an einer Debatte teilnehmen, bei der eine Auswahl an Schülern ihre Meinung über den Import von Second-Hand-Produkten vertrat – wir waren begeistert. Ein uns wichtiges Thema haben wir wöchentlich mit den Kindern aufgenommen: das Wasser trinken. Für uns etwas Selbstverständliches. Doch wir beobachteten, dass weder Schüler noch Lehrpersonen Wasser zu sich nahmen – trotz der heissen Temperaturen. Wir konnten ihnen auch auf spielerische Weise die enorme Wichtigkeit des Wasserhaushaltes näherbringen. Mit den Schülern und Lehrpersonen haben wir individuelle Budgets erstellt und über den Hintergrund des Sparens gesprochen. Aber auch für die BSSK haben wir über mehrere Tage hinweg ein kleines, aber einfaches Buchhaltungssystem erstellt. In unserem Büro, auf der Terrasse vor dem Guesthouse, haben wir Excel-Formeln getüftelt und die Namen sämtlicher Schüler in die Excel Dateien abgefüllt. Die Buchhalterin haben wir miteinbezogen und sie konnte einen wertvollen Beitrag leisten. Ihr Büro wurde mit einem Computer ausgestattet und Céline gab ihr einen Crashkurs im Bedienen des Computers und des Microsoft Excel Programms. Die Digitalisierung der Buchhaltung vereinfacht nicht nur die Erfassung sämtlicher Schulgelder, sondern auch andere Fachbereiche.

Gegen Ende unseres Aufenthalts und des 3. Semesters gaben wir den Schülern auch eigene Erfahrungen weiter. Mit Hilfe des Girls- und Boys-Talks konnten Céline und ich mit den Schülern über die persönlichen Dinge sprechen. Dabei fiel es uns nicht immer leicht, Antworten zur Sexualität und zu Beziehungsproblemen zu finden. Auch über die Abfallentsorgung gestalteten wir eine Unterrichtslektion. Wir haben ihnen aufgezeigt, dass eine PET-Flasche 5 bis 7 Jahre benötigt, bis die Natur sie vollständig zersetzt hat. Auch die Info, dass weggeworfene Batterien ihr Trinkwasser verunreinigen und dass das Verbrennen von Abfall giftige Gase freigibt, öffnete ihnen die Augen. Doch es bleibt ein schwieriges Thema, denn ohne die öffentliche Infrastruktur ist eine Besserung kaum in Sicht. Für ihre bevorstehenden Prüfungen konnten wir ihnen unsere eigenen Tipps und Tricks für die Prüfungsvorbereitung weitergeben. Auch in dieser Thematik haben wir erneut auf den Wasserhaushalt hingewiesen – mit Erfolg. Die ersten Schüler nahmen bereits Wasserflaschen mit in den Unterricht. Die Freizeit kam ebenfalls nicht zu kurz. Wir haben mit den Schülern viel Volleyball gespielt und haben uns spontan dazu entschieden, ihnen einen Volleyballplatz zu präparieren und sie mit einem neuen Volleyballnetz zu beschenken.

Die 4 Wochen Freiwilligenarbeit in Uganda gingen schnell vorbei. Doch die Erinnerungen bleiben für eine Ewigkeit in unseren Gedanken. Die hilfsbereite und fürsorgliche Art von Regina hat unseren Aufenthalt sehr vereinfacht. Die Beherbergung und insbesondere das gute traditionelle Essen haben uns unzählige gute Gespräche mit Regina und ihrer Familie mitgebracht. Wir haben die Gastfreundschaft von Regina und allen Beteiligten sehr geschätzt. Auch dass wir in ihren Alltag und in ihr Leben Einblick erhalten durften, war einzigartig. Wir konnten die Menschen in Uganda und ihre Kultur wirklich kennenlernen – wir waren ein Teil ihres Lebens und das hat uns sehr gerührt. Eine solch positive Erfahrung wünschen wir all den weiteren Freiwilligen, die BSSK unterstützen werden. Wir werden unsere Freunde bekräftigen, einen freiwilligen Einsatz zu leisten, denn das Geschenk, in der Schweiz aufzuwachsen und leben zu dürfen, ist ein grosses Privileg. Aus diesem Grund haben wir uns auch dazu entschieden, das Gelernte weiterzugeben und uns sozial einzusetzen.“

In der Zwischenzeit haben Clemens Stoll und Céline Joset ihre Weltreise fortgesetzt.  Unter dem folgenden Link können Sie einerseits die erste Etappe dieses Unternehmens, der Aufenthalt an der BSSK in Uganda miterleben und anderseits am weiteren Verlauf der Reise teilhaben: https://www.youtube.com/watch?v=ILUl-lE696g

Von Herzen danken wir Clemens und Céline für ihren wertvollen Einsatz und wünschen ihnen weiterhin eine sichere Reise und viele gefreute Begegnungen auf ihrem Trip durch die Welt.

Das Web-Team